Top-Platzierung für den Ultra­läu­fer des TuS Oedt bei den 100 km von Biel

Extremlauf in Biel/Schweiz

Veröffentlicht von Holger am

Um kurz nach 7 Uhr am Sams­tag­mor­gen im schwei­ze­ri­schen Biel die Ziellinie über­que­rend, schlugen nach 100 gelau­fe­nen Kilo­me­tern zwei Herzen in der Brust von . Das eine gefüllt mit großem Stolz, denn der Ultra­läu­fer des TuS Oedt belegte beim berühm­tes­ten Wettkampf dieser Art in einem über 900 Starter starken Teil­neh­mer­feld als zehnt­bes­ter Deutscher einen her­vor­ra­gen­den 35. Platz in der Gesamt­wer­tung und sogar Rang acht in der M45. Ein wenig haderte der 46-jährige aber damit, dass der berühmte “Mann mit dem Hammer” ihm aus­ge­rech­net auf dem letzten Teilstück einen Streich spielte und das ange­streb­te Unter­bie­ten der 9-Stunden-Schallmauer zunichte machte. “Ich will das aber kei­nes­wegs über­be­wer­ten”, resüm­mier­te der Gref­ra­ther, “es überwiegt das Glücks­ge­fühl nach einem solchen Abenteuer, das alles abver­lang­te und mich auf vielen Ebenen gefordert hat”.

Mit dem Start um 22 Uhr wartete diese 60. Auflage des als “Nacht der Nächte” aus­ge­ru­fe­nen Klas­si­kers mit einer fast durchweg geschlos­se­ne Wol­ken­de­cke bei 18 Grad Celsius und öfter ein­set­zen­dem Nie­sel­re­gen auf. Bis deutlich über das erste Drittel hinaus, war Schramm sogar deutlich schneller als ange­strebt und nur in der Phase zwischen Kilometer 38 und 56 wurde der Lauf nicht zum Soloritt, als er in der Dun­kel­heit auf ein Brü­der­paar stieß und die Drei sich während dieses Stre­cken­ab­schnitts unter­stüt­zen konnten. Pünktlich ab dem berüch­tig­ten “Ho-Chi-Minh-Pfad”, einer 8 km-Passage auf einem nur ein Meter breiten und diesmal seifigen Waldweg, war der Ultra-Läufer aber wieder auf sich allein gestellt. “Ich fühlte mich während des gesamten Rennens hellwach und konnte die Spannung hoch halten”, deutete die Durch­schnitts­zeit zu dieser Phase das Erreichen der ange­streb­ten Traumzeit an. Ein erster Sub­stanz­ver­lust stellte sich erst nach Bewäl­ti­gung einer giftigen Steigung bei Kilometer 70 ein. “Da wurden die Beine richtig schwer und ich brauchte länger, um wieder in meinen Rhythmus zu finden, das muss man dann ver­ar­bei­ten”, ruft sich Frank in Erin­ne­rung. Dies gelang dem Aus­dau­er­spe­zia­lis­ten bis eben zu jenem Moment bei Kilometer 92, als der Körper dann aber schlag­ar­tig totale Leere signa­li­sier­te. “Das war Müdigkeit und Kopfsache zugleich, denn wenn du so knapp in Richtung des ange­streb­ten Zeit­fens­ters unterwegs bist, fängst du trotz aller Erfahrung an zu rechnen und das lähmt dich mehr, als dir lieb sein kann”, lautete seine Analyse.

Auf den letzten Kilo­me­tern forderten die schließ­lich ver­brauch­ten 5400 kcal und ver­lo­re­nen vier Kilogramm Kör­per­ge­wicht dann ihren Tribut und so erreichte der TuS-Läufer das Ziel nach 9 Stunden und 11 Minuten.

Einen Tag später und mit dem berühmten Finis­her­s­hirt im hei­mi­schen Garten, geht Franks Blick bereits schmun­zelnd voraus. “Im Moment komme ich zwar kaum eine Bord­stein­kan­te hoch, aber da ich das Heft des Handelns immer in der Hand hatte und mit einer fünfzehn Minuten schnel­le­ren Zeit die Option habe, eine besondere Ebene des Ultra­l­au­fes zu erreichen, werde ich gerne zum Wie­der­ho­lungs­tä­ter”. Will heißen, dass der Lauf­en­thu­si­ast den 13. Juni 2019 bereits fest für den nächsten Besuch bei den Eid­ge­nos­sen ein­ge­plant hat.

NamePlatzAKErgebnis, gesamtStrecke/Wettkampf
8.M 459:11:13 Std.100 km von Biel
Kategorien: Leichtathletik on tour